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XRechnung Format: XML, Pflichtfelder und Praxis

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2026

Eine XRechnung ist eine Rechnung im reinen XML-Format. Kein PDF, keine Bilddatei, sondern strukturierte Daten, die eine Software direkt einliest und weiterverarbeitet. Der Standard ist die deutsche Ausprägung der europäischen Norm EN 16931 und wird von der KoSIT im Auftrag des IT-Planungsrats gepflegt. Diese Seite zeigt, wie eine XRechnung aufgebaut ist, welche Felder Pflicht sind und woran Sie eine gültige Datei erkennen. Welches Format für Ihren Fall passt, XRechnung oder ZUGFeRD, klärt der Formatvergleich.

So ist eine XRechnung aufgebaut

Die EN 16931 beschreibt, welche Angaben eine Rechnung enthalten muss und was sie bedeuten, nicht, wie diese Angaben technisch kodiert werden. XRechnung ist die deutsche CIUS dieser Norm: Sie übernimmt die europäischen Geschäftsregeln und ergänzt sie um deutsche Vorgaben.

Für die technische Kodierung sind zwei Syntaxen zugelassen, UBL und CII (UN/CEFACT Cross Industry Invoice). Beide tragen denselben Inhalt. Welche der Empfänger erwartet, hängt von seinem System ab, der Validator erkennt die Syntax automatisch.

Jede Information sitzt in einem definierten Feld mit fester Kennung. Einzelne Felder heißen Business Terms, kurz BT, zum Beispiel die Rechnungsnummer oder das Fälligkeitsdatum. Inhaltlich zusammengehörige Felder werden zu Gruppen gebündelt, etwa die Verkäuferdaten oder eine Rechnungsposition. Diese feste Struktur ist der Grund, warum jede normkonforme Software die Rechnung ohne manuelle Zuordnung einlesen kann.

Aktuell gültig ist die Version 3.0.2. Die KoSIT veröffentlicht Aktualisierungen halbjährlich und kündigt sie sechs Monate vor Inkrafttreten an. Version 4.0 setzt die überarbeitete Norm EN 16931-1:2026 um und ist für Mitte bis Ende 2026 angekündigt. Wer heute 3.0.2 nutzt, ist auf dem aktuellen Stand und muss erst zum offiziellen Release umstellen.

Die wichtigsten Pflichtfelder

Ein Teil der Felder ist immer verpflichtend, ein weiterer Teil ergibt sich aus den deutschen Regeln (BR-DE), die über den europäischen Kern hinausgehen. Die zentralen Felder:

FeldInhalt
BT-1Rechnungsnummer, eindeutige Kennung
BT-2Rechnungsdatum (Ausstellungsdatum)
BT-3Rechnungstyp-Code: Rechnung, Gutschrift oder Korrektur. Ein falscher Code führt zur Fehlverarbeitung, auch wenn Beträge und Parteien stimmen
BT-5Währung nach ISO 4217
BT-10Käuferreferenz, bei Behördenrechnungen die Leitweg-ID (Pflicht nach BR-DE-15)
BT-24Spezifikations-Kennung: sagt dem Empfänger, gegen welches Regelwerk die Datei gebaut wurde
BT-84Zahlungskonto, in der Praxis die IBAN des Zahlungsempfängers

Dazu kommen die Rechnungspositionen und die Steueraufschlüsselung als eigene Gruppen. Aus den deutschen Regeln folgen drei häufige Stolpersteine: die Steuernummer oder USt-IdNr. des Verkäufers ist erforderlich (BR-DE-2), die Käuferreferenz muss übermittelt werden (BR-DE-15), und deutsche XRechnungen verlangen in der Regel eine vollständige Zahlungsanweisung, also die IBAN bei SEPA-Überweisungen samt korrekt codierter Zahlungsart.

Die Leitweg-ID: Pflichtfeld für Behördenrechnungen

Die Leitweg-ID wird im Feld Käuferreferenz (BT-10) eingetragen. Bei Rechnungen an Bund, Länder und Kommunen ist sie vorgeschrieben (BR-DE-15) und steuert, in welchem Eingangskanal die Rechnung landet, etwa bei der ZRE des Bundes, der OZG-RE oder den Portalen der Länder. Fehlt der Wert oder enthält er Leerzeichen und Zusätze, weisen die Empfänger-Workflows die Rechnung meist sofort zurück.

Die ID erhalten Sie vom öffentlichen Auftraggeber in der Bestellung oder Ausschreibung, eine eigene benötigen Rechnungssteller nicht. Im B2B-Verkehr greift sie nicht. Wie die Leitweg-ID aufgebaut ist, erklärt der Leitweg-ID-Ratgeber; ob eine konkrete ID korrekt ist, prüfen Sie mit dem Leitweg-ID-Checker, Format und Mod-97-10-Prüfziffer direkt im Browser.

Woran Sie eine gültige XRechnung erkennen

Gültig ist eine XRechnung, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: Die Datei ist eine valide Instanz des zugelassenen XML-Schemas (UBL oder CII), sie hält die europäischen Geschäftsregeln und die deutschen BR-DE-Regeln ein, und jedes Feld wird seiner definierten Bedeutung entsprechend verwendet. Die ersten beiden Punkte prüft eine Software maschinell, der dritte bleibt eine fachliche Frage und lässt sich nur mit Kontext beurteilen.

Per Auge lässt sich eine XRechnung nicht sinnvoll prüfen, dafür ist das Format nicht gemacht. Ob sie gültig ist, entscheidet die Validierung. Die E-Rechnungs-Prüfung nutzt die offizielle KoSIT-Prüflogik, kontrolliert Schema und Schematron gegen EN 16931 plus BR-DE und nennt im Fehlerfall die exakte Regel, etwa BR-DE-15, samt betroffenem Feld.

XRechnung aus Ihrer bestehenden Rechnung erzeugen

Das XML müssen Sie nicht von Hand schreiben. Aus einer bestehenden Rechnung in Word, Excel oder als PDF erzeugt der Konverter eine normkonforme XRechnung in der aktuellen Version, die Sie vor dem Versand prüfen können: Word zu XRechnung, Excel zu XRechnung, PDF zu XRechnung.

Häufige Fragen zum XRechnung-Format

Ist eine XRechnung ein PDF?

Nein. Eine XRechnung ist reines XML ohne sichtbare Darstellung. Wer eine lesbare PDF und die strukturierten Daten in einer Datei braucht, nutzt ZUGFeRD.

UBL oder CII, was soll ich nehmen?

Beide Syntaxen sind zugelassen und tragen denselben Inhalt. Welche der Empfänger erwartet, hängt von seinem System ab. Ist nichts vorgegeben, ist CII breit unterstützt; manche Portale verlangen UBL. Der Validator erkennt die Syntax selbst.

Brauche ich für jede XRechnung eine Leitweg-ID?

Nur für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber (B2G). Im B2B greift sie nicht.

Wie prüfe ich, ob meine XRechnung gültig ist?

Mit der KoSIT-Validierung gegen EN 16931 und die BR-DE-Regeln. Der Bericht nennt die exakte fehlgeschlagene Regel. Direkt hier: E-Rechnung validieren.

Welche Version ist aktuell?

3.0.2. Version 4.0 setzt die Norm EN 16931-1:2026 um und ist für Mitte bis Ende 2026 angekündigt, aber noch nicht veröffentlicht.